|
Warum
hast Du Dich entschlossen, die Kampagne „Vorbilder bilden“ der
Bertelsmann Stiftung zu unterstützen?
“Vorbilder
bilden“ – das ist für mich eine ganz wichtige Aussage, die in
Richtung Zukunft geht. Kinder und Jugendliche sind nun einmal unsere
Zukunft. Und je mehr sie sich gesellschaftlich engagieren, desto
besser geht es ihnen auch später und desto besser geht es unserer
ganzen Welt später.
Warum
sollten Kinder und Jugendliche sich gesellschaftlich engagieren?
Ich
glaube, man sollte sich engagieren, weil es einfach wichtig ist, für
alles, was man tut und noch tun will, eine gute Basis zu schaffen. Und
die Zukunft kann jeder jetzt schon auf seine Weise beeinflussen. „Miteinander-Umgehen-Lernen“
– das ist etwas, was immer mehr verkommt. Da sage ich: „Trefft
Euch, tut etwas, sammelt wertvolle auch soziale Erfahrungen, anstatt
nur für Euch allein vorm Computer zu sitzen!“ Denn zusammen ist man
einfach stärker.
Wie
schätzt Du die Bereitschaft von Kindern und Jugendlichen ein, sich
gesellschaftlich zu engagieren?
Ich
habe die Erfahrung gemacht, dass in jedem etwas schlummert, das
rauskommen will. Man kann Kinder und Jugendliche wirklich begeistern,
für etwas zu kämpfen. Statistiken zeigen allerdings, dass es hier
noch Nachholbedarf gibt. 64 Prozent der Jugendlichen in Deutschland
sagen: „Wir würden ja gern, aber wir wissen nicht, wie.“ Hier
wollen wir zum Beispiel mit der Seite www.vorbilder-bilden.de Möglichkeiten
aufzeigen, was man machen kann.
Wie
engagierst Du Dich selbst gesellschaftlich?
"Vorbilder
bilden" – das ist für mich nicht "Charity", das ist
für mich eine Aufgabe. Ich möchte jungen Menschen Anregungen geben,
wie es funktioniert oder wie man sein Leben besser leben kann. Ich
sage nicht, dass ich ein perfekter Mensch bin, aber ich habe gelernt,
nach rechts und links zu schauen und mich nicht nur geradeaus
durchzuboxen. Deshalb habe ich mich in Deutschland mit Unicef
zusammengetan: Ich bin Botschafter, ich unterstütze Musikprojekte,
bin auf Preisverleihungen, höre mir Kinderchöre an, gehe zu Fußballtagen
usw. Außerdem bin ich in Namibia tätig, unterstütze dort ein Ghetto
und versuche, auf meine Art zu helfen.
Welchen
Rat würdest Du Kindern und Jugendlichen geben, die sich
gesellschaftlich engagieren möchten?
Für
mich zählt ganz stark das Wort „Freund“. Das ist – glaube ich
– der erste Schritt zum Engagement. Wenn man sagt „Du bist mein
Freund“ oder „meine Freundin“, wenn man sich traut, das von
Herzen zu sagen, dann hat man den Anfang eines Kreises. Und dann geht
es los. Denn zwei Köpfe schaffen mehr als einer. Genau wir vier Hände
mehr schaffen als zwei. Und wenn man zusammen stark ist, dann kann man
auch die Schwächeren mit dazu nehmen.
Was
muss man mitbringen, um sich gesellschaftlich zu engagieren?
Gar
nichts außer sich selbst. Das wollen wir mit „Vorbilder bilden“
zeigen. Wir sagen: „Kommt her,
wir zeigen Euch die Plätze und die Möglichkeiten, um
zusammenzukommen, um zu lernen und zu kommunizieren.“
Was
haben Kinder und Jugendliche konkret davon, wenn sie sich
gesellschaftlich engagieren?
Wenn
man sich gesellschaftlich engagiert, hat man eine Sache erst einmal
ganz bestimmt nicht – und das ist ein finanzieller Vorteil. Es geht
einfach darum, zu sagen: „Alles klar. Ich will etwas tun“. Dann
bekommt man auch etwas zurück. Wenn man sagt „Ich habe da etwas in
mir, was einem anderen Menschen helfen kann“, dann ist man auf dem
richtigen Weg. Dann sollte man anfangen, denn dann kann man etwas
geben. Und das ist letztendlich das, worauf vielleicht der Nachbar am
Katzentisch oder der Schwächere auf dem Schulhof wartet.
Denkst
Du, dass wir in einer kalten Gesellschaft leben?
Ich
glaube, unsere Welt ist manchmal schon kalt, aber ich glaube nicht,
dass sie kalt genug ist, dass wir hier alle erfrieren. Wir haben die
Sonne – warum können dann unsere Herzen nicht auch noch ein
bisschen wärmer werden? Das ist keine schwierige Aufgabe. Man muss
nur mal die Scheuklappen abnehmen und ein bisschen um sich schauen.
Was
bedeutet für Dich das Wort Bürgergesellschaft?
Bürgergesellschaft
bedeutet für mich, nicht zu sagen „Schau mal dorthin, das ist ja
furchtbar, da muss mal jemand was machen“, sondern es heißt für
mich „Oh Gott, schau mal da – da passiert etwas Furchtbares, da
gehe ich jetzt hin und tue etwas“. Das ist für mich gelebte Bürgergesellschaft.
|